Fake-Kleinanzeigen-Seiten erkennen - an der Adresse, nicht am Aussehen
Gefälschte Kleinanzeigen-Seiten sehen echt aus. Woran du sie trotzdem erkennst: drei Muster aus echten Nutzermeldungen.
Aktualisiert: 18.8.2026
Ist Kleinanzeigen gerade down?
LiveKeine Störung erkennbar
Eine gefälschte Seite nachzubauen ist einfach. Logo, Farben, Schriftart, sogar der Anmeldedialog lassen sich in Minuten kopieren. Was Betrüger nicht kopieren können, ist die Adresse in der Browserzeile — denn kleinanzeigen.de gibt es nur einmal.
Die folgenden drei Muster stammen aus Meldungen, die Nutzer auf dieser Seite hinterlassen haben. Wer sie einmal gesehen hat, erkennt auch die Fälschungen, die noch niemand gemeldet hat.
Muster 1: Der echte Name steht links, aber die Seite gehört jemand anderem
Das ist die häufigste und wirksamste Variante. In einer Adresse wie
kleinanzeigen.beispiel-abwicklung.de
steht „kleinanzeigen" ganz vorne — genau da, wo das Auge es erwartet. Die Seite gehört
aber beispiel-abwicklung.de. Der vordere Teil ist nur eine Unteradresse, die sich jeder
selbst vergeben kann, auch mit fremdem Markennamen.
So liest du eine Adresse richtig: Suche den letzten Punkt vor dem ersten Schrägstrich. Die zwei Teile davor sind die echte Seite.
kleinanzeigen.beispiel-abwicklung.de/anmelden
└──────────────────┘
das ist die Seite
www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/12345
└──────────────┘
das ist die Seite
Alles, was vor dem echten Namen steht, ist Dekoration — und genau dort setzen Fälscher an.
Muster 2: Ein einzelner vertauschter Buchstabe
Gemeldet wurde unter anderem eine Adresse, die mit einem kleinen L statt einem i
begann: kIeinanzeigen statt kleinanzeigen. In der Schriftart des Browsers sind beide
Zeichen kaum zu unterscheiden.
Beliebte Vertauschungen:
- kleines L statt i: klelnanzeigen statt kleinanzeigen
- j statt i: kleinanzejgen statt kleinanzeigen
- Buchstabe doppelt: kleinaanzeigen statt kleinanzeigen
- echte Adresse plus Anhängsel: kleinanzeigen**.de.com** statt kleinanzeigen**.de**
Verlass dich nicht auf den Blick. Tippe die Adresse selbst ein oder nutze ein Lesezeichen — dann ist der Buchstabendreher ausgeschlossen.
Muster 3: Eine Endung, die Kleinanzeigen nie benutzt
Kleinanzeigen.de endet auf .de. Gemeldete Fälschungen endeten dagegen auf .store,
.top, .shop oder .online. Diese Endungen sind billig zu bekommen und werden für
Wegwerf-Seiten verwendet, die nach ein paar Wochen wieder verschwinden.
Eine Adresse wie kleinanzeigen-versand.store ist damit schon erledigt, bevor du dir den
Rest angesehen hast.
Die Kurzfassung
Bevor du auf einer Seite Zugangsdaten oder Zahlungsdaten eingibst:
- Endet die Adresse auf
kleinanzeigen.de? Direkt davor darf nur ein Punkt oder ein Schrägstrich stehen — nichts anderes. - Steht der Name irgendwo in der Mitte? Dann gehört die Seite jemand anderem.
- Sind alle Buchstaben an der richtigen Stelle? Im Zweifel Adresse selbst eintippen.
- Bist du überhaupt über einen Link dort gelandet? Links aus E-Mails, SMS und Chats sind der übliche Weg auf gefälschte Seiten. Gehe stattdessen über dein Lesezeichen.
Wenn du schon Daten eingegeben hast
- Passwort sofort ändern — bei Kleinanzeigen und überall dort, wo du dasselbe Passwort verwendest.
- Bank oder Zahlungsdienst informieren, wenn Zahlungsdaten betroffen sind. Viele Karten lassen sich sofort sperren.
- Anzeige bei der Polizei erstatten. Das geht in den meisten Bundesländern online über die Internetwache. Was sonst noch dazugehört, steht unter Betrug bei Kleinanzeigen melden.
- Gefälschte „Sicher bezahlen“-Links sind die häufigste Masche - woran du sie erkennst und was du tust, wenn die Zahlung schon abgebrochen ist, steht unter „Sicher bezahlen“ funktioniert nicht.
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